U23 Länderkampf Heilbronn

Für mich völlig überraschend wurde ich vom ÖLV auf Grund meiner erbrachten Leistungen (?) in dieser Saison für den U23 Länderkampf am 26.6.2010 zwischen Österreich, Schweiz, Bayern und Baden-Württemberg in Heilbronn/BaWü einberufen. Zum ersten mal durfte ich also mein Können für Österreich unter Beweis stellen – und das über 3000mHi.

Nach einer rund neunstündigen Busfahrt kamen wir am Freitag um circa 16:00 in Heilbronn an, wo ich mich dann bald ans Auslaufen machte und mir gleich das schmucke Stadion ansah. Das Auslockerern verlief gut und ich war für den nächsten Tag voll motiviert, wollte ich doch unbedingt meine Einberufung rechtfertigen und eine gute Zeit auf die schöne Bahn in BaWü zaubern!

Wettkampftag – was da alles schief gehen kann…
Aufstehen um 7:30 – planmäßig. Auslaufen mit Steindi und Raphi um 8:05 – check. Dann rauf aufs Zimmer und ausruhen bis um 9:30 das ausgiebige Frühstück für den Lauf um 14:40 eingenommen werden sollte. Um 12:15 nach einem Schläfchen dann zum Stadion – eigentlich ein guter Plan!
Doch dann ereilt mich ein Anruf um 9:02 „Fehler im Zeitplan – neuer Start um 10:45“ – geile Sache. Bester Scherz allerzeiten – leider aber purer ernst. Mit nur einem halben Liter intus und nichts gegessen gings quer durchs Hotel, um die zwei Hinderniskollegen und -Innen einzusammeln, dann Sachen packen und Taxi rufen. Komplett gestresst und unglaublich sauer über die Umstände, die zum Stress und der ganzen Situation führten (auf die hier ob der Länge nicht eingegangen werden kann…), kamen wir um 10:30 beim Stadion an – optimal!
Schon gings mit Kollegen Steinhammer ans Einlaufen und Aufwärmen – alles bisschen hektisch und unkonzentriert. Um 10:30 Callroom – hatte Konzentrations- und Nervositätsanstieg zur Folge…immerhin endlich Wettkampffeeling und wenn man dann noch Deutsche und Schweizer sieht sogar Länderkampfstimmung! Auf der Bahn noch ein paar Aktivierungsübungen nach dem Spikesanziehen und dann mit 12 Mitstreitern auf zur Startlinie. Mit der chaotischen unmittelbaren Wettkmapfvorbereitung wollte ich einfach nur irgendwie meine Nominierung rechtfertigen.

Am Start bisschen drängeln, Positionskämpfe und nach 38“ auf 215m gings übers erste Hindernis. Ich ornedete mich bei 400m in 70“ direkt hinter der Spitzengruppe an Position 8 oder 9 ein. Der erste Kilometer geht locker am Ende der Gruppe. Fast jedes Hindernis funktioniert heute gut und ich absolviere den ersten Kilometer in etwa 3:00′. Ziehmlich flott, aber mir und vor allem dem im letzten Monat immer etwas angeschlagenen linken Wadenmuskel gehts überraschend gut. Die Spitzengruppe setzt sich am nächsten Kilometer ab und ich laufe fortan an 8. Position einsam meinen Stiefel runter. Ein schläfriger Kilometer in 3:13′ aber immerhin eine weiterhin gute Technik bringen mich wieder dazu, etwas mehr zu tun. Ab zwei Runden vor Schluss forciere ich das Tempo, überhole einen Läufer bei „700 to go“ und steigere weiter das Tempo. 8:07 zeigt die Uhr vor der letzten Runde – verdammt, hätt ich doch den zweiten Kilometer nicht ganz so gebummelt. Egal, ich versuche noch einmal alles aus mir rauszuholen (wobei doch gar nichts in mir drinnen war ob der Vorbereitung). 260m vorm Ziel überhole ich einen Mitstreiter, der mir letztes Jahr in Regensburg noch um die Ohren lief. Letzter Wassergraben – etwas zach bei so erhöhtem Tempo 😉
Dann noch das letzte Hindernis und bei 9:17,59min ins Ziel. Saisonbestleistung, nur 1,5 sec über meiner pB (und das mit 4 Monaten total Ausfall im Winter), Rang vier in der Länderkampfwertung und 6 im Rennen und zudem noch aktuell Rang 3 in der ÖLV Jahresbestenliste lassen mich zufrieden bilanzieren. Vor allem weil die Umstände rund um das Rennen eigentlich ziehmlich verkorkst waren, was allerdings nicht in meiner Hand lag…wer weiß was bei optimaler oder zumindest normaler Wettkampfvorbereitung drinnen gewesen wäre…

Aber all das hilft im Nachhinein nichts mehr, ebenso das verpasste Besiegen der Bayern und der Schweizer, das durch eine misslungene Staffel bedingt war. Was allerdings vom Wochenende bleibt, sind ein guter und zufriedenstellender Lauf, das Wissen, dass es bei der ÖM dann so richtig abgehen wird und mein erster Start für das ÖLV-Nationalteam – hoffentlich nicht mein letzter!!!

By the way – vor den Staatsmeisterschaften lauf ich noch am Samstag in Ingolstadt – Ziel ist eine Zeit unter 8:40′ – also Let’s roll oder frei nach dem aktuellen Fifa song „keep marchin on“ guys!!!


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