I wü di sterben sehen!

Diesen Zuruf vernahm ich gestern von Nationaltrainer Willy Lilge kurz bevor ich endlich auf die letzte große Runde beim Darmstadt Cross ging! Was genau Willy zu dem Ausruf (der vom Wortlaut vielleicht auch anders war, nach mittlerweile fast 32′ Laufzeit konnte ich das aber nicht mehr differenzieren…) veranlasste, weiß ich bis dato noch nicht. Aber ich vermute einmal, er bezog sich auf mein von Runde zu Runde mehr von Schmerz und Leid verzerrtes Gesicht! 😉

Ich lief also gestern meine 8 großen Runden, davor sogar noch eine Einführungsrunde – was mir erst beim Lauf selber bewusst wurde… das Lesen der Ausschreibungwill nunmal gelernt sein! Die rund 10,3km waren mein längster Crosslauf bis jetzt – und was soll ich eigentlich alles sagen, ich spür ihn heute fast noch mehr als gestern! Die Strecke war gespickt mit Kurven, zwei technisch anspruchsvollen Hügelpassagen, Strohballen (as usual bei Crossläufen in Deutschland) und recht unebenem Boden. Dennoch wurde ein hohes Tempo angeschlagen! Ich lief von Beginn an in der zweiten Gruppe mit. Mal weiter vorne, mal am Ende der Gruppe so um Gesamtrang 15 herum. Während das Gerangel um die besten Plätze in den Kurven und vor den Hügeln mit Fortdauer des Rennens immer weniger wurde, wurden die Beine immer schwerer, der Tritt unrhytmischer und jede kleine Temposteigerung wurde so richtig hart! Gefühlsmäßig verlor ich von Runde zu Runde an Boden und wurde immer langsamer. Die Rundenzeiten offenbarten allerdings zu meiner Überraschung ein sehr konstantes Tempo, bei dem die letzte Runde durch den Willen, noch einen Läufer einzuholen – was nicht mehr gelingen sollte – immerhin noch gleich schnell wurde wie die flotte erste Runde! Mein dosierter Beginn hat sich also ausgezahlt – und weh getan hat es ja so auch nicht gerade wenig!

Nach rund 36′ Laufzeit finishte ich als 13. mein erstes echtes Crossrennen bei den Aktiven (ja ja, der deutsche Akzent kommt leider langsam durch…). Nach dem Rennen war ich relativ zufrieden, ein Blick auf die Ergebnisliste gestern Nacht war eher ernüchternd. Die genaue Analyse folgt heute zu etwas späterer Stunde, denn jetzt ruft erst einmal die Uni!
In diesem Sinne, danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben und natürlich auch all jenen, die trotz aufkommender Müdigkeit und Kälte gestern noch zum Anfeuern geblieben sind! Bis später =)

Über Christoph Sander

Check Also

Trauerjahr aka tu, was dich glücklich macht

Lange schon gibt es die nachfolgenden Zeilen als Entwurf. Etliches wurde überarbeitet, einige gestrichen – …

Schreibe einen Kommentar