Darmstadt-Cross 2012

Was für ein Wochenende mit so vielen Höhen und Tiefen! 
Nach einer schönen Jahresabschlussfeier meines Vereins am Freitag Abend, wo ich erstmals auch als Österreichischer Staatsmeister (4x400m) geehrt wurde, fuhren wir Samstag früh mit dem Auto nach Darmstadt, wo ich mich eben beim Darmstadt-Cross zum dritten Mal in Folge für die Cross-EM empfehlen wollte. Die Fahrt verging überraschend schnell und auch beim Aktivieren in kurzen Shorts (schon geil Ende November…) fühlte ich mich ganz okay, wenn auch nicht 100prozentig locker.
Sonntag früh beim Einjoggen mit Sportsfreund Steinheimer (sic!) waren die Beine dann erholt und alles fühlte sich einigermaßen geschmeidig an. Am Weg zur Strecke kam dann der erste Schock des Tages, als sich beim letzten Snack vor dem Start meine erst kürzlich erhaltene Zahnkrone verabschiedete, was mich nicht unbedingt locker werden ließ…
Auf der Strecke angekommen verflog der Ärger dann bald ob der sehr starken Leistung von Stephan im Rennen der männlichen U20 (15. Platz – 1′ schneller als letztes Jahr!). Auch Trainingskollege Roland zeigte als jüngster U23-Athlet sein Kämpferherz!

Den Leistungen meiner beiden Trainingskollegen wollte ich um nichts nach stehen. Doch in der Theorie sieht leider vieles einfacher aus als in der Praxis! Auf den ersten rund 2km meiner 10,3km langen Strecke wollte ich einmal ruhig ins Rennen gehen und nicht überziehen, so dass ich hinten raus noch was draufsetzen kann. Ich platzierte mich im Feld ganz gut und hatte Kontakt zu den anderen Österreichern. Leider kam ich aber nie wirklich ins Rennen rein, musste meine Landsleute wie auch die starken Deutschen ziehen lassen – und das zu einem Zeitpunkt des Rennens, der ob der Länge klarerweise fatal war!
Mein Schritt war träge, meine Atmung früh schwer und das Kämpferherz rutschte mir gewaltig in die Hose, in der sich die von Oliver Kahn geforderten Eier nicht bemerkbar machten – ich somit fast schon ängstlich lief. Selbst als ich auf der 3. von 8 Runden gleich drei Kontrahenten ein- und überholen konnte, änderte sich nichts! Ich lief weiterhin – frei nach Christoph Sumann – wie eine angeschossene Milchkuh!
In der 5. Runde bekam ich nach einem Hügerl auch plötzlich so was wie Seitenstechen – was mir zuvor noch nie passiert ist. Gerade einmal die letzte Runde bzw. die letzten paar hundert Meter fühlten sich dann wieder einigermaßen gut an. Am Ende steht finishte ich auf Rang 10 und als vierter Österreicher.

Das kuriose an meiner Vorstellung ist, dass ich ohne wirklich ins Rennen gekommen zu sein tatsächlich mehr als 10 Sekunden schneller war, als letztes Jahr auf selber Strecke – bei schwierigeren Bedingungen noch dazu.

Völlig leer im Kopf und total deprimiert half mir dann der sehr starke Markus Sostaric (Gratulation zur Leistung!) beim Auslaufen, das Rennen zu verarbeiten bzw. mich abzulenken. Danke noch einmal dafür!

Ich bedanke mich auch bei allen, die mich vor Ort anfeuerten, auch wenn ich mich schrecklich präsentierte! Und natürlich danke ich auch allen, die mir die letzten Tage über viel Mut zugesprochen hatten und mir die Daumen drückten!
Schade, dass ich Euch alle – wie auch mich selbst – bitter enttäuscht habe!!

Was das Ergebnis nun für die Cross-EM in zwei Wochen in Budapest bedeutet, wird sich heute bzw. morgen Dienstag zeigen, wenn die Sportkommission darüber entscheidet, ob ein Männerteam zur EM geschickt wird, und wenn ja, wie viele (6 Läufer pro Team maximal!) Läufer mitgenommen werden.
Sobald eine Entscheidung gefallen ist, werde ich mich hier wieder zu Wort melden. Bis dahin, schönen (Trainings-)Wochenstart!

Ergebnisse Darmstadt

Über Christoph Sander

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