Wenn Bronze fast wie Gold glänzt…

…dann sitze ich vor’m Laptop und freu mich so richtig darauf, Euch von meinem Rennen gestern bei den Staatsmeisterschaften im Crosslauf zu berichten 😉
Wie der Titel schon vermuten lässt, habe ich gestern auf der Männer-Kurzstrecke über 3160m den für mich total befriedigenden 3. Platz belegt. Nach jeweils 1x Rang 3 (2010) bzw. Rang 2 (2011) über die Böcke bei den Staatsmeisterschaften über 3000mHi freue ich mich somit über meine erst dritte Einzelmedaille bei Staatsmeisterschaften der allgemeinen Klasse!
Das Rennen war von Beginn an flott – vorne Weg lief Andi Vojta ungefährdet zum Sieg. Dahinter lief ich mit Thomas Rossmann und Christian Steinhammer zwei der drei zu bewältigenden Runden in einer 3er-Gruppe. Gerade auf der zweiten Runde sorgte ich mit einer Tempoverschärfung dafür, dass wir drei uns um von hinten heranlaufende Läufer keine Sorgen mehr machen mussten. Gegen Ende der zweiten Runde konterte Thomas, ich ging an Christian vorbei und versuchte zu folgen, was nicht ganz gelang. Zu meiner Verwunderung konnte wiederum Christian mir nicht mehr folgen – wenig später gab er, von einer Grippe noch geschwächt, das Rennen auf. Somit lag ich auf einem abgesicherten Medaillenrang, weswegen nun die Luft ein wenig draußen war und ich die folgenden teils schwer zu laufenden Kurven nicht mehr mit meinem letzten Hemd lief. Nach circa der Hälfte der letzten Runde gestand ich mir dann endgültig ein, dass ich Thomas heute nicht mehr einholen kann.
Die letzte Kurve rauf zur Zielgeraden und eben selbige waren dann die schönsten Laufmeter seit sehr langer Zeit. Die Kurve rauf lief ich schon mit einem breiten – wenn auch sehr gequälten – Lächeln! Auf der Zielgeraden ließ ich dann meinen Emotionen freien Lauf und ballte des Öfteren meine Faust 😉
Nach dem Zieleinlauf galt mein erster Weg meinem Vater Karl, der die letzten Wochen wohl genauso mitgelitten hat mit meiner Ungewissheit ob meines Leistungsvermögens wie ich! Spätestens bei unserer Umarmung war all der Frust der gesamten Hallensaison, all die Zweifel ob des Laktattests, der schwachen Trainings etc. wie verflogen.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich die letzten Wochen „auf hohem Niveau gejammert“ habe, jedoch habe ich seit meiner Rückkehr aus Deutschland doch sehr mit mir selbst gehadert, vieles in meinem (Sportler-)Leben hinterfragt – was einerseits viel Kraft gekostet hat, andererseits aber auch notwendig war.
Ich bin mir auch durchaus bewusst, dass mein Rennen gestern jetzt nicht „wie von einem anderen Stern“ war, jedoch habe ich mich endlich für all die vielen – teils harten – Kilometer der letzten Monate belohnt. Und meiner Ansicht nach gibt es im Leben eines Sportlers gerade in Zeiten, in denen man selbst stark an sich zweifelt, doch nichts Schöneres, als sich selbst zu belohnen! Für mich jedenfalls glänzt meine dritte Medaille bei Staatsmeisterschaften fast so, wie wenn sie endlich die heiß ersehnte goldene Farbe hätte =)
Gestern Abend wurde ich dann auch endgültig wieder auf den Boden zurückgeholt und musste schmerzlich erfahren, was wirklich von Bedeutung ist im Leben. Denn gleich nach meiner Rückkehr aus Enns vernahm ich voll Bestürzung die Meldung, dass ein Studienkollege von mir, mit dem ich in zwei Wochen noch gemeinsam eine Schulklasse unterrichten hätte sollen, bei einem Freeride-Ausflug tödlich verunglückt ist … diese krasse Erfahrung aus Freud und Leid komprimiert auf wenige Stunden eines Tages veranlasst mich dazu, in Zukunft viel demütiger zu sein für das was ich habe.
In diesem Sinne, mögest du in Frieden ruhen, lieber Lukas, und deine Sportverrücktheit dort, wo auch immer du nun gerade bist, weiter in vollen Zügen ausleben können!!!

Über Christoph Sander

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